Eine Spülmaschine zu nutzen, um sein dreckiges Geschirr zu reinigen ist im Prinzip kinderleicht: Klappe auf, Tab rein, einschalten. Doch ganz so einfach ist es nicht, wenn Gläser, Teller und Besteck wirklich sauber werden sollen und die Maschine möglichst lange ihren Dienst tun soll. Das Spülwasser ist nämlich nicht an jedem Ort gleich. Es unterscheidet sich in seiner Härte, die den Spülvorgang beeinflusst. Wir haben uns einmal angeschaut, was es eigentlich bedeutet, wenn Wasser hart oder weich ist. Außerdem geben wir Tipps, wie Verbraucher ihre Spülmaschine richtig einstellen und erklären, wie das „Enthärten“ des Wasses funktioniert.

Entscheidend ist der Calciumgehalt des Wassers

Um zu verstehen, was die Wasserhärte aussagt, genügt einfaches Grundlagenwissen in Chemie. Denn der Härtegrad des Wassers gibt Informationen darüber, wie viele Ionen – vor allem Calcium und Magnesium – im Leitungswasser gelöst sind. Sind es viele Ionen, gilt das Wasser als hart, bei wenigen Ionen als weich. Das ist bei Geschirrspülern deshalb relevant, weil die Calciumionen zu unlöslichem Kalk reagieren können. Doch dazu gleich mehr. Die Wasserhärte wird in Deutschland in Grad deutscher Härte (GdH) angeben. Nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz wird Wasser mit weniger als 8,4 GdH als „weich“, bis 14 GdH als „mittel“ und ab 14 Gdh als „hart“ bezeichnet.

Hartes Wasser führt zu Verkalkungen

Beließe man das Wasser bei jedem Spülgang so, wie es ist, hätte der Härtegrad verschiedene negative Auswirkungen auf das Geschirr und die Spülmaschine. Zu hartes Wasser führt auf Dauer zu Verkalkungen an Tellern, Tassen und Gläsern, was man an einer milchigen Trübung erkennt. Auch die Maschine selbst ist betroffen. Durch eine Verkalkung der Maschine kann sich die Leistung verringern und der Stromverbrauch erhöhen. Auch die Lebensdauer nimmt ab, weil Heizstäbe, Wasserschläuche, Dichtungen und Ventile verkalken. Zu weiches Wasser hat weniger schädliche Auswirkungen auf die Maschine selbst. Allerdings kann es zu Glaskorrosion kommen. Dabei handelt es sich um eine Verwitterung der Glasoberfläche, die sich nicht mehr beseitigen lässt.
Weil Leitungswasser in der Regel eher zu hart als zu weich ist, besitzen Spülmaschinen eine integrierte Wasser-Enthärtungsanlage, die den Härtegrad des Wassers reguliert. Wie sie funktioniert, beschreiben wir weiter unten. Wie hart das Wasser am jeweiligen Standort ist, kann die Spülmaschine nicht selbst ermitteln. Bei modernen Geschirrspülern kann die Maschine aber manuell entsprechend auf die örtliche Härte des Wassers eingestellt werden. So wird die Enthärtungsanlage optimal auf den örtlichen Härtegrad abgestimmt. Den Härtegrad finden Verbraucher normalerweise problemlos auf der Internetseite ihres Wasserversorgers. Andernfalls kontaktiert man den Versorger direkt. Hat man den Härtegrad in Erfahrung gebracht, kann er bei modernen Spülmaschinen über das Display einprogrammiert werden. Welche Tastenkombination dabei gedrückt werden müssen, verrät ein Blick in die Bedienungsanleitung.

Spezialsalz regelmäßig nachfüllen

Damit die Enthärtungsanlage des Geschirrspülers arbeiten kann, benötigt sie Spezialsalz. Dieses spezielle Spülmaschinensalz können Verbraucher günstig im Super- oder Drogeriemarkt kaufen. Es sollte regelmäßig, das heißt meistens alle paar Wochen nachgefüllt werden. Dazu muss zunächst der große Schraubverschluss am Boden der Maschine aufgedreht werden. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der darunterliegende Behälter bis oben hin mit Wasser gefüllt ist. In die Öffnung kann nun so viel Salz hineingeschüttet werden, bis es sichtbar wird. Ein Trichter hilft dabei, dass kein Spezialsalz danebengeht. Falls doch, sollte es vor dem nächsten Spülgang vom Maschinenboden abgewaschen werden. Übrigens: Wer gerade kein Spezialsalz zur Hand hatte, sollte keineswegs zu normalem Speisesalz greifen, das ist für die Spülmaschine nämlich ungeeignet.

Enthärtungsanlage bindet Calciumionen

Mithilfe des Spezialsalzes verringert die die Wasser-Enthärtungsanlage die Calciumkonzentration im Spülwasser, sie „enthärtet“ es also. Die Anlage ist ein Ionentauscher. Der Vorgang des Ionentauschens funktioniert so: Eine aus Kunstharz bestehende Oberfläche bindet die Calciumionen aus dem Wasser für das Spülen des Geschirrs. Wenn die Fläche gesättigt ist, muss wieder Platz für neue Ionen geschaffen werden. Wasser mit dem gelösten Spülmaschinensalz stellt ausreichend Natriumionen zur Verfügung, um die Calciumionen an der Oberfläche der Enthärtungsanlage zu verdrängen. Die Calciumionen werden dann ins Abwasser geleitet. Nun ist auf der Kunstharz-Oberfläche wieder Platz für neue Calciumionen aus dem Wasser, das für den Spülvorgang genutzt wird. Haben diese Calciumionen ihrerseits die Natriumionen wieder vollständig verdrängt, kommt erneut das Spezialsalz zum Zuge. Dieser fortlaufende Austausch wird durch zwei Ventile elektronisch gesteuert.
Eine Alternative zum Nachfüllen des Spezialsalzes sind sogenannte Multitabs, in denen neben dem Spülmittel Salz sowie Klarspüler schon enthalten sind. Allerdings sind diese Tabs nicht sonderlich umweltfreundlich, weil besonders viele chemische Stoffe in hoher Dosierung ins Abwasser gelangen. Insbesondere bei besonders hartem Wasser macht es also Sinn, sich kurz Zeit zu nehmen, um sein Gerät richtig einzustellen. So hat man länger etwas von seiner Spülmaschine – und stets sauberes Geschirr.

Weiterführende Informationen:
Hausjournal I
Hausjournal II
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